Letzte Aktualisierung: 27.11.2017

Hornmistgrube
Hornmistgrube

Hornmist (500)

 

Zur Herstellung von Hornmist benötigt man Kuhhörner und Kuhdung. 


Kuhhörner erkennt man an den so genannten Kälberringen an ihren Ansätzen. Sie entstehen durch die Hormonumstellung bei der Laktation (Milchabgabe bzw. Kalbung). Da (Milch-)Kühe gewöhnlich nach zwei bis drei Jahren das erste Mal kalben und dann in jedem weiteren Jahr wieder, können die Kälberringe auch als ungefähre Altersbestimmung (ähnlich den Jahresringen von Bäumen) dienen. Weiters haben Kuhhörner eine massive Spitze, sind also bei gleicher Grösse sehr viel schwerer als Stier- oder Ochsenhörner und haben entsprechend weniger Inhalt. 

Der Kuhdung sollte vorzugsweise von tragenden Kühen stammen. Er sollte möglichst frei von Stroh (also kein Mist) und nicht zu flüssig sein. Letzteres kann durch Gabe von Raufutter (Heu) gesteuert werden. Im Fladen sollte die Spiralform der Peristaltik (Darmbewegung) noch erkennbar sein. Schliesslich sollte der Dung möglichst frisch sein und noch keine Fliegeneier enthalten. 

Der Dung wird dann in die Hörner gestopft. Bei grossen Mengen eignet sich hierfür eine ausgediente Wurstmaschine sehr gut. Für den Einzelbetrieb drückt man den Dung mit den Fingern oder einem Holzspachtel in das Horn. Ein eingestecktes Röhrchen (z.B. Trinkhalm) erleichtert die Arbeit.

Dann werden die gefüllten Hörner von Herbst (um Michaeli, 29. September) bis Ostern in 20 - 60 cm Tiefe eingegraben. Wichtig ist, dass die Hörner mit ihrer Öffnung leicht schräg nach unten liegen, damit eindringendes Wasser wieder ablaufen kann. Ausserdem sollten sie sich nicht berühren, sondern von Erde umgeben sein.


Die Lagerung von Hornmist kann in der Grube ohne Qualitätsverlust erfolgen. Allerdings holt ihn nach und nach die umliegende Vegetation. Manchmal sind trotz Sorgfalt Hörner dabei, deren Inhalt säuerlich oder faulig riecht; diese sollten nicht als Hornmist verwendet werden. Üblicherweise wird er als getrocknete Kugeln oder feucht, z.B. in einem irdenen Topf, allseitig umgeben von einer mindestens 4 cm starken Schicht aus Torf oder Kokosfasern/-schäben bis zu seiner Anwendung gelagert.

Zum Einsatz kommt Hornmist gewöhnlich auf den (offenen) Boden vor der Aussaat bzw. vor dem Austrieb (im Ackerbau also im Herbst und/oder zeitigen Frühjahr). Gewöhnlich rechnet man 50 - 100 Gramm pro Hektar (eine von Hand geformte Kugel mit ca. 8 cm Durchmesser reicht für 10 ha), die dynamisiert in Tropfenform zur Einatmungsphase (Nachmittag bis erste Nachthälfte) über die Fläche gespritzt werden.

Rhythmische Anwendung ( an 3 Tagen hintereinander, in wöchentlichen Abständen) verstärken die Wirkung. Die nur begrenzt haltbare Hornmistlösung dient auch als Saatbad oder Tunkbrühe für Setzlinge vor dem Auspflanzen.


Hornmist ist ein Bodenpräparat! Anwendungen auf grüne Pflanzenteile können u.U. Blattschäden verursachen. Er kann mit anderen Bodenpräparaten entsprechend gemischt werden, nicht aber mit Hornkiesel, da er dessen Wirkung überlagert.